Sönke Fock zum Arbeitsmarkt in Hamburg im Dezember 2018

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Die Arbeitslosigkeit erreicht zum Jahresende mit 61.729 Hamburgerinnen und Hamburger ihren niedrigsten Stand seit Juni 1993 mit 61.224. Zum Vorjahresmonat (65.922) verzeichnen wir einen Rückgang um fast 4.200 Menschen oder 6,4 Prozent. Damit unterschreitet die Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent gleichzeitig die Sechs-Prozent-Marke. Innerhalb des Kalenderjahres 2018 sank die Arbeitslosigkeit sogar um über 7.400 oder 12,0 Prozent.

Sönke Fock

Hohe Dynamik wie im Jahr 2017
Im vergangenen Jahr meldeten sich 76.900 Hamburger aus Erwerbstätigkeit in der Agentur für Arbeit bzw. im Jobcenter team.arbeit.hamburg arbeitslos. 2017 waren es 77.000 Arbeitnehmer.
Über einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job konnten sich 2018 insgesamt 67.200 Hamburger freuen, 2017 meldeten sich 67.600 ab. Unternehmen mit Firmensitz in Hamburg haben dem Arbeitgeber-Service Hamburg insgesamt 46.850 Voll- oder Teilzeitstellen zur Besetzung gemeldet, dies sind gering-fügig mehr als 2017 mit 46.800 Jobs.

Die Beschäftigung steigt weiter
Die Beschäftigung steigt kontinuierlich an. Nie zuvor gingen so viele Frauen und Männer am Arbeitsort Hamburg einer Tätigkeit nach. Mit 990.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oktober 2018 erzielt die Hansestadt einen erneuten Höchstwert, im Vergleich zum Vorjahreswert ist dies ein Anstieg von 22.200 oder 2,3 Prozent innerhalb eines Jahres.

Alle Gruppen des Hamburger Arbeitsmarktes profitieren
Aus der steigenden Beschäftigung ergibt sich eine sichtbare Reduzierung der Arbeitslosigkeit. So profi-tieren im Jahresvergleich alle Gruppen am Hamburger Arbeitsmarkte: Bei den Langzeitarbeitslosen verringert sich die Anzahl von 20.248 um 2.981 (-14,7 Prozent) auf 17.267 im Dezember 2017. Auch bei den erfahrenen Arbeitsuchenden (50 Jahre und älter) stellt sich ein Rückgang um 1.239 (-6,5%) auf 17.728 ein. Aber auch Frauen (-2.224 oder -7,6%), Alleinerziehende (-644 bzw. 11,1%), Ausländer (-382 oder -1,8%) und jüngere Erwachsene bis 25 Jahren (-194 oder -3,8%) erhielten vermehrt Zugang zum Arbeitsmarkt

Schwierige Situation bei den Ungelernten
Zwar sank auch die Gesamtzahl der ungelernten Arbeitslosen im Jahresverlauf um 1.718 oder 4,7 Prozent, aber ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit ist mit aktuell 56,8 Prozent oder absolut 35.084 Personen sehr hoch. Insbesondere durch den zeitnahen Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium sollen Helfer-Karrieren vermieden werden. Beratende Experten aller wichtigen Institutionen finden Jugendliche, junge Erwachsene aber auch Eltern in der Jugendberufsagentur, die es in jedem Bezirk gibt. Für an- und ungelernte Hamburger gibt es zudem zahlreiche berufliche Weiterbildungs- und Umschulungsangebote, über die Arbeitsagentur bzw. Jobcenter team.arbeit.hamburg informieren, beraten und die Kosten übernehmen. Ziel ist die berufliche Qualifizierung zur gesuchten Fachkraft.

Arbeitsmarktpolitik, stärkt und entlastet
Arbeitsmarktpolitische Instrumente zielen auf die Integration von Arbeitslosen bzw. –suchenden. Geschult und qualifiziert wird in kaufmännischen, technischen oder handwerklichen Bereichen, aber auch Arbeits-gelegenheiten oder Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus werden zielgerichtet finanziert. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr 8.751 berufliche Weiterbildungen gefördert, ein Plus von 494 oder 6,0 Prozent. Existenzgründer wurden in 3.388 Fällen beraten und finanziell unterstützt.

Ausblick auf den Arbeitsmarkt 2019
Für das Jahr 2019 erwarte ich, bei prognostiziertem Wirtschaftswachstum und stabilen außenpolitischen Verhältnissen, einen weiteren Beschäftigungsanstieg. Dieser wird im Sommer dieses Jahres dafür sorgen, dass über eine Million sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Hamburger Unternehmen tätig sind. Aufgrund auslaufender befristeter Arbeitsverträge zum Jahres- oder Quartalswechsel wird die Arbeitslosigkeit zu Beginn des Jahres zwischen drei- und viertausend auf über 65.000 steigen, um dann vermutlich bis zum Herbst auf unter 60.000 Arbeitslose zu sinken. Arbeitnehmer, die ihre Kündigung er-halten haben, sollten sich schnellstens bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur melden, weil wir gesetzlich eine „Sperrzeit“ prüfen müssen, wenn sich der Betroffene zu spät arbeitslos meldet. Der Zeitfaktor ist auch für den Ausbildungsmarkt von entscheidender Bedeutung. Schon heute haben wir für alle Schulabschlüsse über alle Berufsbereiche über 7.000 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Direkt nach Über-gabe der Halbjahreszeugnisse sollten sich Schulabgänger um einen Ausbildungsplatz bewerben.

Informations-, Kontakt- und Jobbörse für Erzieher
Am 28. Februar 2019 laden die Agentur für Arbeit Hamburg, Jobcenter team.arbeit.hamburg, verschiedene Kindergartenträger, die Arbeits- und Sozialbehörde sowie die Schulbehörde zu einem besonderen Termin ein. Auf der Informations-, Kontakt- und Jobbörse erhalten ausbildungs- und arbeitsuchende Be-sucher alle Informationen rund um den Beruf des Erziehers. Es geht um den Berufseinstieg, die berufliche Aus- und Weiterbildung aber auch um die Besetzung aktuell freier Jobs. In diesem Jahr werden in Hamburg 500 zusätzliche Erzieher gesucht. Auf der Aktionsseite www.schaetze-heben.hamburg gibt es Informationen zu den einzelnen Berufen, zur Ausbildung und zu Verdienstmöglichkeiten.

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