6 Jahre Jugendberufsagentur

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Redebeitrag: Sechs Jahre Jugendberufsagentur Bestandsaufnahme, Evaluation und Weiterentwicklung

Frau Präsidentin, Meine Damen und Herren,

mit dem Anspruch „Niemand soll verloren gehen“ haben wir uns vor sechs Jahren auf den Weg gemacht. Wir wollen allen Jugendlichen in Hamburg ein Angebot und so eine Chance auf berufliche Ausbildung und Beschäftigung machen.

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Denn eines ist klar, in der Zukunft brauchen wir jede und jeden!

Und mit etwas Stolz können wir sagen, dass die Jugendberufsagentur Hamburg seit ihrer Errichtung im Jahr 2012 bundesweit eine Vorreiterrolle bei der Verbesserung des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf einnimmt.

Meine Damen und Herren, Die erfolgreiche Umsetzung dieses Konzeptes ist klar erkennbar: Unterstützungsleistungen aller zuständigen staatlichen Institutionen wurden gebündelt, damit bei den jungen Menschen bis zum 25. Lebensjahr die Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung besser gelingen Unter einem gemeinsamen Dach stimmen die Akteure die Gesamtheit ihrer Beratungs- und Förderleistungen und ihr arbeitsmarktpolitisches Vorgehen miteinander ab. Genau das ist die Stärke der so aufgestellten „Jugendberufsagentur“!

Nur mit Kooperation können wir sicherstellen, dass wirklich alle Jugendlichen in Hamburg ein Angebot und so eine Chance auf berufliche Ausbildung und Beschäftigung erhalten. Nach sechs Jahren Jugendberufsagentur ist die Zeit gekommen eine Bestandsaufnahme zu machen.

Meine Damen und Herren, Welche wichtigen Erfolge sind bereits erkennbar? Es ist gelungen, die Transparenz über den Verbleib der Jugendlichen nach Verlassen der allgemeinbildenden Schulen wesentlich zu erhöhen. Der direkte Übergang von der Schule in Ausbildung hat sich deutlich verbessert. Von damals rund 25 Prozent in 2012 auf über 39 Prozent in 2017. Lücken in der Angebotsstruktur sind geschlossen und Doppelungen in den Förderungen beendet worden. Wir können den Jugendlichen heute ein effektives und effizientes Förderangebot anbieten. Mit der Jugendberufsagentur können wir die jungen Menschen bei dem Übergang von Schule und Beruf unterstützen, sie aktiv ansprechen und individuell und kompetent beraten. Da gilt mein großer Dank auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an allen Standorten der JBA.

Meine Damen und Herren, in den ersten Jahren von 2012–2015 war die JBA in der Etablierungsphase. Doch schon da zeigten sich erste Erfolge. Eine erste Leistung der JBA bestand darin, die tatsächliche Zahl unversorgter Jugendlicher überhaupt erst einmal zu identifizieren. Wir hatten zum ersten Mal überhaupt verwertbare Zahlen vorliegen. Gleichzeitig wurden gemeinsame Förderinstrumente des Arbeitsmarktes entwickelt und zusammengefasst. So konnten für die Jugendlichen Angebote entwickelt und eventuelle Förderlücken sinnvoll geschlossen werden. Es gibt eine gute Vernetzung mit dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und des Jobcenter t.a.h, der Berufsberatung und der Arbeitsvermittlung, die den Vermittlungsprozess sehr gut begleitet. Durch dieses Zusammenwirken konnte das Angebot an Ausbildungsplätzen in Hamburg deutlich erhöht werden. Wie ich finde ein gutes und wichtiges Zwischenfazit!

Und, meine Damen und Herren, die verstärkte Unterstützung wirkt sich sehr positiv auf „benachteiligte Jugendliche“ beim Übergang von der Schule in die Ausbildung aus. Diese finden, mit Blick auf Stärkenorientierung, auch direkt bei Arbeitgebern einen Ausbildungsplatz. Ein weiterer Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit, gut so! Meine Damen und Herren, mit dem Start der JBA wurden auch eine Reihe von weiteren Neuerungen eingeführt:

  •  die Berufsorientierung ab der Klasse 8 an den allgemeinbildenden Schulen, •
  • die systematische Erfassung der Anschlussperspektiven von Schulabgängerinnen und -abgängern,
  •  die systematische Zusammenarbeit von Schulen und den Sozialleistungsträgern und •
  • mit sieben Standorten eine regionale Beratungs- und Unterstützungsstruktur vor Ort.

Meine Damen und Herren, Ein gutes Stück des Weges sind wir bis heute gegangen. Wie der Senat aber in der uns vorliegenden Drucksache richtig beschreibt, müssen wie den Weg weiterentwickeln. Wichtige zukünftige Vorhaben wie: Die Weiterentwicklung der Berufsorientierung, die Weiterentwicklung der aufsuchenden Beratung, die Personalstruktur als Erfolgsfaktor sind weiter zu bearbeiten. Inzwischen finden viele Jugendliche bessere Zugänge in Ausbildung, sofern sie sich beruflich gut orientiert, ihre individuellen Interessen, Stärken und Erwartungen reflektiert und schließlich eine begründete Berufswahlentscheidung getroffen haben.

Lassen sie uns gemeinsam die Weiterentwicklung der Jugendberufsagentur positiv im Ausschuss begleiten. Meine Fraktion möchte die Drucksache in den Sozial-Ausschuss überweisen, den Schulausschuss nachrichtlich befassen. Vielen Dank!

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