Bereits 176.000 Euro Meisterprämie bewilligt

Hamburg fördert Absolventinnen und Absolventen beruflicher Weiterbildung

1000 Euro gibt es seit Anfang 2019 in Hamburg für eine erfolgreich abgeschlossene berufliche Aufstiegsfortbildung. 176 Absolventinnen und Absolventen konnten die seit Anfang 2019 eingeführte Prämie bereits für sich nutzen. Sie hatten sich unter anderem als Handwerksmeister im Bereich Kraftfahrzeugtechnik, Installation und Heizungsbau oder als Gärtner weitergebildet.  Auch in Handel und Dienstleistung gab es erfolgreiche Abschlüsse, zum Beispiel bei den Wirtschaftsfachwirten und Personalfachkaufleuten. Die Kosten für ihre Kurse und Materialien hatten die Absolventinnen und Absolventen weitgehend selbst getragen. Die 1000-Euro-Prämie soll sie entlasten und ihren Einsatz würdigen. Damit leistet Hamburg als eines der wenigen Bundesländer einen eigenen Beitrag, um berufliche und akademische Bildung finanziell gleichzustellen.

Bildungssenator Ties Rabe: „Wer sich für eine berufliche Fortbildung entscheidet, soll diese ohne finanzielle Hürden bewältigen.  Denn gerade hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte tragen maßgeblich zum Erfolg der Hamburger Wirtschaft bei. Der Senat will jeden darin bestärken, sich beruflich weiterzubilden. Dafür setzt sich Hamburg auch auf Bundesebene ein. Da die dort versprochenen Verbesserungen noch bis voraussichtlich 2020 auf sich warten lassen, hat der Senat für Hamburg die Initiative ergriffen und sorgt aus eigener Kraft für mehr Gerechtigkeit. Mit der Meisterprämie leisten wir einen Beitrag, um langfristig berufliche und akademische Bildung finanziell gleichzustellen.“

Insgesamt stellt der Senat für die Prämie in den Jahren 2019 und 2020 sechs Millionen Euro zur Verfügung. Die Zahl der Anträge steigt seit Einführung der Prämie im Januar kontinuierlich, insgesamt sind bis Mitte Juni 228 Anträge eingegangen.

Mit der Meisterprämie fördert Hamburg nicht ausschließlich Meisterinnen und Meister, sondern alle Fortbildungsabsolventinnen und -absolventen mit Abschlüssen auf den Niveaus 6 und 7 nach dem  DQR (Deutschen Qualifikationsrahmen).  Dazu zählen Aufstiegsfortbildungen beispielsweise zum Betriebswirt, Fachwirt für Gesundheit und Sozialwesen, Industriemeister Metall oder auch zum Berufspädagogen. Die neue Prämie erhalten alle, die eine Weiterbildung nach Handwerksordnung oder Berufsbildungsgesetz erfolgreich abschließen und deren Wohnsitz oder Arbeitsplatz in Hamburg liegt.

Anträge für die Meisterprämie bearbeitet die Geschäftsstelle Meisterprämie an der Handwerkskammer, Zum Handwerkszentrum 1, 21079 Hamburg, E-Mail: meisterpraemie@hwk-hamburg.de.

Wie eine berufliche Aufstiegsfortbildung aussieht und welchen Aufwand sie erfordert, erfahren Interessenten ab Herbst 2019 in den sozialen Medien unter #meisterprämiehamburg. Dort können sie eine junge Frau in ihrem Alltag zwischen Beruf und Fortbildung begleiten.

 




Kein Lohndumping bei Sicherheitsdienstleistungen in Hamburg

Die durch die Gewerkschaften ausgehandelten Lohnuntergrenzen gelten für alle Unternehmen und Beschäftigten.

Auf gemeinsamen Antrag des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration die Regelungen des Lohntarifvertrages für Sicherheitsdienstleistungen in Hamburg für allgemeinverbindlich erklärt. Dadurch profitieren zusätzliche 1800 Beschäftigte von den tarifvertraglich vereinbarten Löhnen.

Der Geltungsbereich des Tarifvertrages erstreckt sich so auch auf jene Unternehmen in Hamburg, die nicht im Verband bzw. in der Gewerkschaft engagiert sind und erfasst alle der knapp 7000 in der Branche. Im Lohntarifvertrag werden für die durchaus unterschiedlichen Tätigkeitsfelder in der Branche Mindestentgelte festgelegt, Zuschläge, Funktionszulagen und die Ausbildungsvergütung geregelt.

Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung sichert damit gute Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in einer personalintensiven Branche und beugt Lohndumping zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hamburg vor. Sie trägt damit auch in Zukunft zur hochwertigen Erbringung von Sicherheitsdienstleistungen bei.

Senatorin Dr. Leonhard: „Ich freue mich, dass sich der Tarifausschuss für Lohnuntergrenzen in der Sicherheitsbranche ausgesprochen hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben große Bedeutung für das Sicherheitsgefühl in unserer Stadt. Sie schützen Industrieanlagen und sind aber auch im öffentlichen Personenverkehr in Hamburg im Einsatz. Mit der Entscheidung ist ein Wettbewerb über Lohndumping in Hamburg nicht möglich.“

Die Tarifparteien, Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, verhandeln in Tarifverträgen Rahmenbedingungen für die Arbeit – beispielsweise Vergütung und Arbeitszeiten, aber auch Urlaubsanspruch oder weitere Leistungen. Der Tarifvertrag gilt für die Vertragspartner, die ihn abschließen: Gewerkschaften für ihre Mitglieder, und Arbeitsgeberverbände für diejenigen Unternehmen, die dort jeweils Mitglied sind. Wenn es im öffentlichen Interesse liegt, dass die im Tarifvertrag getroffenen Regelungen darüber hinaus für die gesamte Branche gelten sollen, können die Bundes- bzw. Landesarbeitsministerien auf Antrag entsprechend entscheiden. Da ein für allgemeinverbindlich erklärter Vorgängertarifvertrag existiert, gilt die Allgemeinverbindlichkeits-erklärung bereits rückwirkend ab dem 01.01.2019. Der Tarifvertrag ist bei den Tarifparteien einsehbar. Eine Bekanntmachung wird zeitnah in den Amtsblättern des Landes und des Bundes veröffentlicht.

 




Europäischer Leitkongress für Soziales kommt nächstes Jahr nach Hamburg

 

Die 28. European Social Services Conference (ESSC) findet im Juli 2020 an der Elbe statt. Das wurde heute in Mailand bekannt gegeben.

Der Fachkongress für Sozialpolitik dient dem Austausch über neueste Trends und bringt Expertise aus ganz Europa in die Gastgeberstadt Hamburg. Die Sozialbehörde wird den Kongress gemeinsam mit dem European Social Network (ESN) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausrichten. Er ist zugleich Teil der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Mehr als 500 Fachkräfte aus 35 Ländern nahmen an der diesjährigen Veranstaltung in Mailand teil, darunter Staatsrätin Petra Lotzkat, die im Namen des Senats zur Veranstaltung im kommenden Jahr eingeladen hat. Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an die Sozialpolitik in allen europäischen Ländern hat der Kongress zum Ziel, über wichtige soziale Themen zu diskutieren und sich international über neueste Erkenntnisse im Sozialwesen auszutauschen.

Staatsrätin Petra Lotzkat: „Was können wir tun, um soziale Dienstleistungen weiter zu verbessern? Und wie binden wir diejenigen ein, die die diese Leitungen benötigen? Was erwarten die Menschen von uns an Unterstützung? In Hamburg können wir Einiges vorweisen, mit dem wir mit sehr gutem Beispiel vorangehen. Die Wahl Hamburgs als Ausrichtungsort ist daher auch ein starkes Zeichen für die gute Arbeit, die hier bereits geleistet wird – und der Kongress wird unsere Arbeit weiter bereichern. Wir freuen uns, diesen europäischen Kongress zwischen Alster und Elbe begrüßen zu dürfen!“

Hamburg wird seine Rolle als Gastgeber auch nutzen, um die EU-Ratspräsidentschaft zu unterstützen. Der Senat kommt damit auch einem entsprechenden Wunsch der hamburgischen Bürgerschaft nach.

Die Europäische Konferenz des Sozialwesens (ESSC) bringt Expertinnen und Experten aus Verwaltung, freie Trägern und Organisationen sozialer Arbeit wie auch private Unternehmen zusammen. Es ist die wichtigste Veranstaltung des renommierten European Social Network (ESN), das mit seiner Arbeit die wichtigste Plattform des internationalen Austausches zu sozialen Fragen bietet. Neben Fachdiskussionen und Workshops ist auch der Austausch mit dem Fachpublikum vor Ort vorgesehen  – mit Exkursionen und indem Projekte und Verfahren sozialraumorientierter sozialer Arbeit vorgestellt werden.

 




Stärkung der Tarifbindung

Nachrichten aus dem Bundesrat

Hamburg ist einer Mehrländerinitiative beigetreten, die sich für die Stärkung des Tarifsystems ausspricht. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen und einem zunehmenden Bedeutungsverlust. Mit der Länderinitiative soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Dazu wird gefordert, dass Tarifverträge leichter allgemeinverbindlich erklärt werden können, unabhängig davon, ob ein Arbeitgeber Mitglied eines Arbeitgeberverbandes ist oder nicht. So soll der Geltungsbereich eines Tarifvertrags auf alle Unternehmen eines Wirtschaftszweiges sowie deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erweitert werden können. Gleichzeitig sollen die Rahmenbedingungen für Tarifautonomie und Sozialpartnerschaft überprüft und verbessert sowie Anreize zum Zusammenschluss in Koalitionen gesetzt werden. Mit dem Beitritt unterstützt Hamburg diese Anliegen nachdrücklich.

 




Richtfest für Acht-Euro-Wohnungen

154 Wohnungen sollen am Bramfelder Dorfgraben entstehen

Hamburg. Der Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG und die Karl Danger Grundstücksverwal­tung haben am Donnerstag das Richtfest für 154 Wohnungen am Bramfelder Dorfgraben. die für eine monatliche Nettokaltmiete von acht Euro pro Quadratmeter angeboten werden, gefeiert.

In die Errichtung von neun Gebäuden, die zwei Tiefgaragen enthalten, investieren die beiden Woh­nungsunternehmen rund 33 Millionen Euro. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen zum Jahres­wechsel 2019/2020 einziehen können.

Die Baukosten im Hochbau liegen unter 2.000 Euro inkl. Mehrwertsteuer pro Quadratmeter Wohn­fläche. Eine große Rolle spielen die Baunebenkosten. Diese liegen bei elf Prozent – marktnah ist eher das Doppelte.

„Aufgabe der Genossenschaft ist es, preiswerten Wohnraum für Mitglieder zur Verfügung zu stellen“, erklärt Wohnungsvereinsvorstand Holger Fehrmann. „Am Bramfelder Dorfgraben entsteht ein groß­zügiges. hochwertiges Quartier zu einem äußerst attraktiven Mietpreis.“

„Guter und günstiger Wohnungs-Neubau für eine Anfangsmiete von erschwinglichen acht Euro pro Quadratmeter ist möglich, sagt Dr. Dorothee Stapelfeldt, Hamburgs Senatorin für Stadtentwick­lung und Wohnen. „Zur Zielgruppe zählen ausdrücklich Normalverdienerinnen und -verdiener ohne Berechtigung, eine öffentlich geförderte Wohnung mieten zu können. Die Projektträger — der Woh­nungsverein Hamburg von 1902 eG und die Karl Danger Grundstücksverwaltung — beweisen mit diesem Modellvorhaben Pioniergeist und soziale Verantwortung, und ich wünsche mir viele Nach­ahmer.“

Die Lösung steht im Konzept

Um den sogenannten Acht-Euro-Wohnungsbau umsetzen zu können, müssen alle Standards hin­terfragt werdenTM, erklärt Cristian Danger, Geschäftsführer der Karl Danger Grundstücksverwaltung. Zudem muss die Bereitschaft bestehen, sich von rieb Gewordenem zu trennen. Jedes Detail ist wichtig und muss auf Notwendigkeit geprüft werden. Verfahren und Prozesse müssen optimiert wer­den.“

„Die Bauqualität darf nicht leiden, sonst gefährden wir die Nachhaltigkeit“, so Vorstand Claus-Dietrich Scholze vom Wohnungsverein. „Hier werden keine Leitungen auf die Mauern genagelt oder Zimmer durch Pappwände getrennt. Dreigeschossige Häuser funktionieren auch ohne Aufzüge. Der Kellerraum darf auch mal im Nachbargebäude liegen.“

„Ein Zauberwort heißt Standardisierung“, so Holger Fehrrnann. „Alle Bäder, alle Küchen. alle Fenster sind identisch. Wir stehen für solide Bauqualität, geben aber kein Geld für architektonische Spiele­reien aus. Zudem ging es darum, Technik zu reduzieren. Wir konnten den Anteil der Haustechnik-kosten – vor allem Lüftungs- und Rohrleitungsbau – gravierend reduzieren.“

„Unsere Mieten werden dauerhaft unter dem Niveau des Marktest liegen — nicht nur fünf Jahre. Innerhalb der Solidargemeinschaft unserer Genossenschaft setzen wir nur die Mieterhöhungen um, die wir wirklich brauchen. Ohne Mieterhöhungen geht es aber auch in einer Genossenschaft nicht.“




Hamburg hilft obdach- und wohnungslosen Menschen

Senat legt Bericht zur Fortentwicklung der Wohnungslosenhilfe vor. Über 400 Menschen haben nach dem Ende des Winternotprogramms eine Unterkunft.

 

Niedrigschwellig helfen, Unterbringungen bereitstellen, Integration und Vermittlung leisten, für Wohnraum sorgen und schon die Entstehung von Wohnungslosigkeit vermeiden – in diesen Handlungsfeldern bietet Hamburg jeweils umfassende, aufeinander abgestimmte Angebote. Der Senat legte heute einen Bericht zur Fortentwicklung der Wohnungslosenhilfe in Hamburg vor und blickte auch auf das vergangene Winternotprogramm (WNP) zurück.

Die Öffentliche Unterbringung, zu der neben dem WNP auch die öffentlich-rechtliche Unterbringung mit rund 5000 Plätzen für Wohnungslose sowie spezielle Angebote wie das Jungerwachsenenprojekt zählen, ist dabei nur ein Baustein im städtischen Gesamtkonzept. Parallel zu den erheblichen Anstrengungen in der Bewältigung der Flüchtlingskrise wurde auch die Unterbringung nicht zugewanderter wohnungsloser Menschen in erheblichem Umfang ausgebaut: Für zusätzlich 1.500 Wohnungslose konnten so Plätze geschaffen werden. Positiv wirkt sich auch die Verstärkung des Personals im Unterkunfts- und Sozialmanagement und in der sozialpädagogischen Einzelfallbetreuung aus.

Das Ziel bleibt stets, Menschen in Wohnraum zu vermitteln, wofür allein 300 Wohnungen jährlich für vordringlich Wohnungsuchende geschaffen werden, bzw. dafür zu sorgen, dass sie ihre Wohnung gar nicht erst verlieren – durch die Vermeidung von Räumungen, frühzeitige Beratung und Sozialmanagement. Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle leisten hier eine erfolgreiche Arbeit: Seit 2013 stieg die Zahl der Wohnungsvermittlungen um 70 Prozent, rund 10.000 Haushalte wurden seither vermittelt.

Einen weiteren Beitrag zu Prävention und Integration leisten die vielfältigen sozialen Beratungsstellen, darunter auch solche, die sich explizit an EU-Zugewanderte richten. Sie helfen, in das weitere Hilfesystem zu vermitteln und so das Leben auf der Straße nicht zu verstetigen, sondern einen Ausweg zu bieten. Für Menschen, die jedoch obdachlos sind, bieten bspw. Tagesaufenthaltsstätten, Gesundheitsversorgung und Straßensozialarbeit vielfältige niedrigschwellige Hilfen, die von jedem in Anspruch genommen werden können: Die Tätigkeit der drei Schwerpunktpraxen etwa wurde dauerhaft gesichert; die Straßensozialarbeit für obdachlose Menschen ist deutlich verstärkt worden.

„Wir tun sehr viel dafür, dass in Hamburg auch denen geholfen wird, die ein eine Notsituation gekommen sind. Wer seine Wohnung verliert, benötigt schnelle Hilfe. Dafür sorgen wir. Wer auf der Straße lebt, hat oft schon etliche schwierige Situationen hinter sich und Probleme im Gepäck. Einfache Lösungen gibt es dann meist nicht – sondern es braucht eine Beratung und Begleitung, die sich diesen Problemen widmet. So unterschiedlich die Bedarfe sind, so unterschiedlich sind auch unsere Unterstützungsangebote, Einrichtungen und Maßnahmen“, sagt Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard.

 

Winternotprogramm 2018/19

Von den 760 Plätzen, die im Rahmen des Winternotprogrammes 2018/19 zusätzlich zu den regulären Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wurden durchschnittlich 545 Schlafplätze in Anspruch genommen. In jeder Nacht gab es freie Plätze. Die Standards im Winternotprogramm wurden seit Jahren kontinuierlich erhöht und beinhalten heute fest vergebene Betten, abschließbare Schränke, nächtliche Sicherheitsdienste, Waschgelegenheiten und Beratungsangebote.

Zwar sind die Auswertungen noch nicht abgeschlossen, doch bereits zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich sagen, dass über 400 zuvor obdachlose Menschen in eine Unterkunft vermittelt werden konnten. Diese Zahl wird noch steigen, wenn die Vermittlungen aus weiteren WNP-Standorten und die Vermittlungen bspw. in Betreutes Wohnen, Pflegeeinrichtungen oder andere stationäre Hilfeeinrichtungen einbezogen werden. Damit sind nochmals mehr Menschen als im vergangenen Jahr vermittelt worden.

Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Neben einem Dach über dem Kopf bietet das Winternotprogramm auch menschliche Wärme. Diese Aufgabe stemmt die Stadt gemeinsam: Von Herzen danke ich allen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen, die sich in der Hilfe für Obdachlose engagieren! Durch Beratungsangebote ist das Winternotprogramm nicht nur Unterbringung, sondern ermöglicht auch Perspektiven. Ich bin froh, dass viele Menschen nicht in das Leben auf die Straße zurückkehren müssen, sondern nun eine Unterkunft haben.“

 

Fachleute diskutieren Herausforderungen in der Obdachlosigkeit angesichts von Zuwanderung

Anfang des Jahres hat der Senat die Ergebnisse einer Befragung obdachloser, auf der Straße lebender Menschen und wohnungsloser, öffentlich-rechtlich untergebrachter Haushalte veröffentlicht (Obdach- und Wohnungslosenuntersuchung). Die Untersuchung hatte u.a. festgestellt, dass weniger Menschen mit deutscher Nationalität auf der Straße leben, zugleich aber einen Anstieg der Zahl obdachloser Menschen z.B. aus osteuropäischen Staaten belegt. Diese zuwanderungsbedinge Veränderung stellt die Strukturen, in denen obdachlosen Menschen geholfen wird –  bei der Stadt und von der Stadt finanzierten Hilfsangeboten bei freien Trägern –  vor Herausforderungen.

Gemeinsam mit den Akteuren des Hilfesystems für Obdach- und Wohnungslose sollen daher nun geeignete Handlungsansätze erarbeitet werden. Dazu dient ein Fachtag am 2. Mai, zu dem bereits eingeladen worden ist und dessen Ergebnisse in die weitere behördliche und parlamentarische Beratung eingehen werden.

Eine umfassende Übersicht über das soziale Hilfesystem für wohnungslose Menschen ist unter http://t.hh.de/116870 abrufbar. Unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit finden sich weitere Hintergrundinformationen. Dort steht in Kürze auch der heute vorgelegte Sachstandsbericht  zur Verfügung.

 




Schulgeldfreiheit für Gesundheitsberufe erfolgreich eingeführt

In diesem Jahr profitieren 1.108 Schülerinnen und Schüler der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie von der Hamburger Landesregelung

Seit dem 1. April fördert der Hamburger Senat Schülerinnen und Schüler an privaten, staatlich anerkannten Berufsfachschulen der Ausbildungsgänge der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie durch die Abschaffung des Schulgeldes. Für die Auszubildenden bedeutet diese Maßnahme eine Ersparnis von durchschnittlich 450 Euro monatlich. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) zahlt 2019 3.556.800 Euro für das Förderprogramm. Da sich die Förderung sowohl auf alle laufenden, als auch auf neustartende Ausbildungsjahrgänge bezieht, profitieren insgesamt 1.108 Schülerinnen und Schüler von der Maßnahme, die dem Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen entgegenwirken soll.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Wir sehen die Bundesregierung weiter in der Pflicht, für eine bundeseinheitliche Regelung in Sachen Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen zu sorgen. Bis dahin haben wir in Hamburg mit der ab April eingeführten Schulgeldfreiheit dafür gesorgt, dass 1.108 Schülerinnen und Schüler der Gesundheitsfachberufe Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie kein Geld mehr für ihre Ausbildung zahlen müssen. Denn es kann nicht sein, dass bei Mangelberufen im Gesundheitswesen die Auszubildenden auch noch Geld mitbringen müssen.“

Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden leisten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung in unserer älter werdenden Gesellschaft. Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit hat für das Jahr 2018 einen Fachkräftemangel für die Berufsgruppen der Physiotherapie und Sprachtherapie in allen Bundesländern festgestellt.

In Hamburg werden in den Ausbildungen Ergotherapie und Physiotherapie 82 Prozent der Gesamtzahl der Schulplätze und in dem Bereich der Logopädie 40 Prozent der Schulplätze von den kostenpflichtigen privaten Berufsfachschulen abgedeckt. Mit der erfolgreichen Einführung der Schulgeldfreiheit ist ein wichtiger Baustein zur Steigerung der Ausbildungszahlen für die privaten staatlich anerkannten Berufsfachschulen geschaffen. Die Abschaffung des Schulgeldes stellt dabei eine erhebliche Entlastung für die Auszubildenden dar, die bisher ihre Ausbildung bei einem der privaten beruflichen Bildungsträger selbst finanzieren mussten. Ab Anfang April zahlen nun alle Schüler kein Schulgeld mehr und nicht etwa nur diejenigen, die die dreijährige Ausbildung in diesem Jahr neu beginnen. Dabei konzentriert sich die Regelung auf die Gesundheitsfachberufe, die für das Gesundheitswesen in Hamburg relevant sind und deren Finanzierung nicht schon anderweitig geregelt ist. An Krankenhäuser angeschlossene Schulen werden von der Krankenversicherung finanziert.

Nicht zuletzt durch die Einführung der Schulgeldfreiheit können die Berufsfachschulen in Hamburg aktuell eine enorme Steigerung in den Bewerberzahlen für den kommenden Ausbildungsjahrgang verzeichnen. Es ist daher mit einem erheblichen Anstieg der Ausbildungszahlen zu rechnen. Seitens der BGV wird das Kontingent der förderungsfähigen Plätze im Jahr 2020 nochmals um fünf Prozent ausgeweitet. Eine vollständige Auslastung der geförderten Plätze ist aktuell noch nicht gegeben, da die bereits laufenden Ausbildungsgänge vor Einführung der Schulgeldfreiheit nicht vollständig besetzt werden konnten.




Wir werden den Digitalpakt gut nutzen

WLAN und „digitale Tafeln“ für alle
Unterrichtsräume, dazu 45.000 Computer für die Schülerinnen und Schüler

Hamburgs Schulen werden in den nächsten fünf Jahren auf den neusten Stand der Digitaltechnik gebracht. Alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der 338 allgemeinbildenden und 32 berufsbildenden staatlichen Hamburger Schulen werden mit neuen „digitalen Tafeln“ sowie modernstem WLAN ausgestattet. Darüber hinaus will die Schulbehörde zusätzlich zu den vorhandenen rund 30.000 Computern weitere 30.000 Laptops sowie 15.000 Mikrocomputer für den Einsatz im Unterricht beschaffen. Abgerundet wird das Programm von einem umfangreichen Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte sowie zahlreichen neuen digitalen Unterrichtsangeboten.

Schulsenator
Ties Rabe:
„Mit 128 Millionen Euro aus dem „Digitalpakt“
werden wir Hamburgs Schulen mit modernster Digitaltechnik ausstatten, denn wir
wollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler gut auf das Leben und Arbeiten in der digitalen
Welt vorbereiten. Neben Schulbuch, Arbeitsheft und Füller sollen künftig auch
Laptops, Tablets und Smartphones ganz selbstverständlich in allen Fächern
eingesetzt werden.“

Hamburg
setzt mit diesem Ausbauprogramm den „Digitalpakt Schule“ zwischen Bund und
Ländern um. Am Freitag hatte der Bundesrat mit einer Grundgesetzänderung das so
genannte Kooperationsverbot erheblich gelockert, so dass der Bund den Ländern
künftig Investitionszuschüsse für Schulen geben kann. Gleichzeitig bekräftigten
die 16 Länder in der Kultusministerkonferenz eine Vereinbarung, nach der der
Bund den Ländern von 2019 bis 2023 jedes Jahr eine Milliarde Euro für die
Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellt.

Auf
Hamburg entfallen davon jährlich rund 25,5 Millionen Euro, insgesamt knapp 128
Millionen Euro. Umgekehrt verpflichteten sich die Länder, weitere rund zehn
Prozent der Fördersumme aus eigenen Mitteln zu investieren. Schulsenator
Ties Rabe
, der den Digitalpakt maßgeblich mit ausgehandelt hatte:
„Natürlich hat es ein bisschen gedauert, aber mit dieser Vereinbarung haben die
Große Koalition in Berlin und die 16 Länder gezeigt, dass die Politik in
Deutschland vernünftige, gute Verbesserungen auf den Weg bringen kann.“

Schulsenator
Ties Rabe ist zuversichtlich, dass Hamburg bereits in den nächsten sechs Wochen
die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen und die notwendigen
Förderrichtlinien mit dem Bund abschließt, so dass ab Mai das Ausbauprogramm
Fahrt aufnehmen kann. Senator Rabe: „Jetzt können wir bei unserem erfolgreichen
landeseigenen Ausbauprogramm noch einmal ordentlich nachlegen. Denn wir fangen
ja nicht bei null an. Hamburgs ist das einzige Bundesland, in dem schon jetzt
alle Schulen an das moderne Glasfasernetz angeschlossen sind. Alle Klassenräume
haben einen Netzwerkanschluss, alle Lehrerzimmer WLAN, alle Mitglieder der
Schulleitung sowie das Schulbüro eigene Computer, mit denen sie ungehinderten
Zugang zu unserer Schulverwaltungssoftware „DiViS“ haben. Und mit knapp fünf
Computern pro Klasse stehen Hamburgs Schülerinnen und Schülern doppelt so viele
Computer zur Verfügung wie im Bundesdurchschnitt.“

Von
den 128 Millionen Euro werden vereinbarungsgemäß rund zehn Prozent für
länderübergreifende Projekte und landeseigene übergeordnete Maßnahmen zur
Verfügung gestellt. So plant Hamburg gemeinsame Projekte mit anderen
Bundesländern im Bereich der Schülerlernplattformen, schulischer
Kommunikationsplattformen oder der Lehrerfortbildung. 90 Prozent fließen direkt
in die bessere Ausstattung der privaten und staatlichen Schulen. Für die
staatlichen Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Sonderschulen sind
rund 90 Millionen Euro vorgesehen. Die Summe wird in etwa zu gleichen Teilen
für den Ausbau des WLAN in allen Klassen- und Fachräumen sowie für neue digitale
Endgeräte wie digitale Displays oder Laptops für Schüler eingesetzt.

So
sollen bis 2023 alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der staatlichen Schulen
ein leistungsfähiges WLAN mit Gigabit-Technik bekommen. Das WLAN ist im
Vergleich zur privaten Anwendung sehr aufwendig, damit beispielsweise mehrere
hundert Schülerinnen und Schüler einer Schule gleichzeitig mit aufwendigen
Unterrichtsprogrammen „ruckelfrei“ lernen und dabei mit den unterschiedlichsten
eigenen Smartphones arbeiten können, zudem wird das WLAN mit modernsten
Jugendschutzfiltern ausgestattet.

Zusätzlich
bekommen alle Unterrichtsräume „digitale Tafeln“ wie zum Beispiel große
„Touch-Screen-Bildschirme“ oder „Computer-Beamer-Kombinationen“. Zurzeit
verfügt rund die Hälfte aller Unterrichtsräume über eine digitale
Präsentationstechnik. Über digitale Displays können Lehrkräfte und Schüler
beispielsweise das Internet im Klassenzimmer oder Filmsequenzen und
Lernprogramme aufrufen und interaktiv mit diesen Programmen arbeiten.

Das
Ausbauprogramm umfasst zudem die Beschaffung von rund 30.000 weiteren Laptops
oder Tablets zur Nutzung für die Schülerinnen und Schüler. Zusammen mit den
bestehenden Computern könnten dann alle Schülerinnen und Schüler in mehr als
einem Drittel aller Unterrichtsstunden schuleigene Geräte nutzen. Grundsätzlich
setzt Hamburg jedoch – wie mit dem Bund und den Ländern vereinbart – darauf,
dass die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich ihre eigenen Smartphones im
Unterricht einsetzen können (Prinzip „Bring your own device“ BYOD) und die
Schule lediglich jenen Schülerinnen und Schüler ein Gerät zur Verfügung stellt,
die selbst keines haben.

Im
Rahmen des Digitalpaktes wird Hamburg überdies rund 15.000 Mikrocomputer für
die Klassenstufen 4 bis 6 beschaffen. Mit diesen Mikrocomputern, beispielsweise
mit dem Modell Calliope“, können die Schülerinnen und Schüler bereits gegen
Ende der Grundschulzeit sehr leicht die ersten Programmierschritte lernen.

Um die
Lehrkräfte gut auf die neuen Techniken vorzubereiten, hat Hamburg bereits im
Februar mit einem Schulungsprogramm begonnen. In einem ersten Schritt werden
zurzeit alle Fachleitungen der Hauptfächer an weiterführenden Schulen geschult,
ab dem nächsten Jahr folgen die Fachleitungen der Hauptfächer an Grundschulen,
danach weitere Lehrkräfte. Die so geschulten Fachleitungen sollen als
Multiplikatoren an ihren Schulen ihre Fachkollegen in die neuen Unterrichtstechniken
einführen.

Parallel
geht der Ausbau der digitalen Unterrichtsbausteine weiter. Im September 2019
ging die Internet-Plattform „digital.learning.lab“ online, mit der
Hamburgs Lehrkräfte bei der Entwicklung digitaler Unterrichtseinheiten unterstützt
werden. Sie bietet kostenlose digitale Unterrichtsbausteine zum Download in
zahlreichen Fächern, eine Toolbox mit passenden Unterstützungsangeboten sowie
Hintergrundmaterial mit Forschungsergebnissen und Trends. Inzwischen liegen
fast 100 Unterrichtsbausteine vor, die von Hamburgs Lehrkräften entwickelt und
im Unterricht bereits erprobt wurden. Entwickelt wurde die Plattform von der
Technische Universität Hamburg (TUHH), der Behörde für Schule und Berufsbildung
(BSB) und der Joachim Herz Stiftung. Anlage und Umfang dieser
Best-Practice-Sammlung sind deutschlandweit einmalig. Hamburg gilt in diesem
Bereich als Vorreiter.

Ergänzend
dazu können alle Stadtteilschulen und Gymnasien im Mathematikunterricht bereits
jetzt die web-basierten Lernprogramme „Bettermarks“ und
„kapiert.de“ kostenlos einsetzen. Die Schulbehörde hat die
entsprechenden Lizenzen erworben, so dass Schülerinnen und Schüler sowie
Lehrkräfte beispielsweise per Smartphone-App auf beide Programme zugreifen und
vertieft üben und wiederholen können – beispielsweise als Ergänzung zum
Unterricht der zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Beide Programme
interagieren mit dem Benutzer und geben entsprechende Rückmeldungen.




Die Zeit war reif – 100 Jahre Bildung und Lernen in Hamburg

Ausstellung zur Geschichte der fünf großen Hamburger Bildungs-institutionen im Rathaus

Am 18. März startet die
Ausstellung über die Entstehung und Geschichte der fünf wichtigen Institutionen
des Hamburger Bildungssystems: die Universität Hamburg, die Volkshochschule,
die Volkbühne, die Bücherhallen Hamburg und die Elbkinder-Kitas.

Im
Zuge der Novemberrevolution 1918/19 wurden die Fundamente der modernen
Demokratie in Hamburg und Deutschland gelegt. Die ersten freien Wahlen zur
Bürgerschaft, die Einführung des Frauenwahlrechts und die Gründung der in der
Ausstellung präsentierten Bildungsinstitutionen sind Beispiele für den
erfolgreichen Kampf um gesellschaftliche Teilhabe: Im März 1919 gründete der
Hamburger Senat die Universität und die Volkshochschule. Im selben Jahr
verankerte die erste staatliche Zahlung an den „Ausschuß für Säuglings- und
Kleinkinderanstalten e.V.“, Vorgänger der heutigen Elbkinder-Kitas, Erziehung
und vorschulische Bildung als öffentliche Aufgabe. Die Öffentlichen
Bücherhallen wurden zu dieser Zeit in eine Stiftung überführt. Ebenfalls 1919
entstand die Hamburger Volksbühne e.V. (heute: inkultur – Hamburger Volksbühne
e.V.), die erschwingliche Theaterabonnements organisiert und bei der einige
Senatoren Gründungsmitglieder waren.

Die
Ausstellung findet vom 18. März bis zum 10. April 2019 in der Diele des
Hamburger Rathauses statt (Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg).

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 7-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr, So 10-17 Uhr. Die Rathausdiele ist an Feiertagen
und bei besonderen Ereignissen geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Parallel zum Beginn der Ausstellung spricht Dr. Carsten
Brosda
, Senator für Kultur und Medien, am 18. März um 11.00 Uhr im Rahmen
eines Senatsempfanges anlässlich des 100. Jubiläums der Hamburger Volksbühne
ein Grußwort im Hamburger Rathaus.

Zum
Hintergrund:

In den
Jahren 1918/19 wurden die Grundlagen für die demokratische Bildung der
Einwohnerinnen und Einwohner geschaffen, die bis heute bestehen. Mit ihren
weitreichenden Bildungsangeboten erreichen die in der Ausstellung gezeigten
Institutionen große und vielfältige Teile der Hamburger Bevölkerung. Von den
Allerjüngsten bis hin zu Menschen im hohen Alter finden Bürgerinnen und Bürger
hier Anregung und begegnen einander: rund 43.000 Studierende an der Universität
Hamburg, täglich über 30.000 betreute Kinder bei den Elbkindern, 23.000
Mitglieder bei inkultur – Hamburger Volksbühne e.V., 103.000 Belegungen in der
Hamburger Volkshochschule pro Jahr und 4,73 Millionen jährliche Besucherinnen
und Besucher in den Bücherhallen Hamburg.

Dr.
Christina Kuhli
vom Kunstgeschichtlichen Seminar der
Universität Hamburg hat die Ausstellung zusammen mit Kolleginnen und Kollegen
der beteiligten Institutionen konzipiert. Auf 48 Schautafeln erfahren die
Besucherinnen und Besucher, welche Rolle die „Hamburger Fünf“ in den letzten
100 Jahren in der Stadtgeschichte gespielt haben.

Der
Hamburger Senat erinnert im Rahmen des Themen und Gedenkjahres „Hamburg
1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“ mit verschiedenen Veranstaltungen,
Ausstellungen und Publikationen an die Ereignisse vor 100 Jahren. Ziel des
Themenjahres ist es, Beiträge zur Kenntnis, zum Verständnis und zur Bedeutung
dieser Zeit für Hamburg zu leisten. Vor allem sollen Bezüge zu den aktuellen
Diskussionen um demokratisch verfasste Gesellschaften, ihre Legitimität und
Verteidigung hergestellt werden. Weitere Informationen und
Veranstaltungshinweise finden Sie unter www.hamburg-18-19.de




4-Milliarden-Ausbauprogramm für Hamburgs Schulen

25 Prozent mehr Schüler bis 2030 erwartet,

Schulsenator startet neuen Schulentwicklungsplan

Schulsenator
Ties Rabe hat grünes Licht für einen umfassenden Ausbau des staatlichen
Schulsystems gegeben. Senator Rabe: „Hamburgs Schülerzahl wächst in den
nächsten Jahren rund drei Mal so schnell wie die Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030
erwarten wir rund 45.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler, 25 Prozent mehr
als heute. Auf diese Entwicklung können wir stolz sein. Hamburg ist zu einer
kinder- und familienfreundlichen Stadt geworden, in der Familien gern leben und
optimistisch in die Zukunft blicken. Damit das so bleibt, werden wir in den
nächsten zehn Jahren mehr als 30 neue staatliche Schulen bauen und viele Schulen
sanieren, modernisieren und vergrößern. Dafür wird der Senat voraussichtlich
mehr als vier Milliarden Euro in den Schulbau investieren. Die Schulbehörde
wird deshalb in den nächsten Monaten einen umfassenden Schulentwicklungsplan
erarbeiten und mit den Vertretungen von Eltern, Schülern und Lehrkräften sowie
der Bezirkspolitik sorgfältig abstimmen.“

Nach
Berechnungen des Statistikamtes Nord und der Hamburger Schulbehörde wird die
Zahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen von derzeit
rund 195.000 bis 2030 auf rund 240.000 ansteigen. Rund 90 Prozent davon werden
voraussichtlich die staatlichen Schulen besuchen. Dort ist mit einem
Schülerzuwachs von rund 40.000 zu rechnen, die sich jeweils zu annähernd
gleichen Teilen auf die Grundschulen und die weiterführenden Schulen verteilen
werden. Schulsenator Ties Rabe: „Wir wollen die hohe Qualität der staatlichen
Schulen weiterentwickeln und deshalb auch für alle neuen Schülerinnen und
Schüler schöne neue Schulräume bauen.“

Der
Anstieg der Schülerzahlen hat weniger mit der Zuwanderung oder dem Wohnungsbau
zu tun, sondern ist vor allem auf den Anstieg der Geburten zurückzuführen. Das
zeigt ein Blick in die Einwohnerstatistik: Demnach ist die Zahl der 0-1jährigen
Kinder in nur sieben Jahren um rund 28 Prozent von 16.732 im Jahr 2011 auf
21.388 im Jahr 2018 angestiegen. Schulsenator Ties Rabe: „Rund zwei Drittel des
Anstiegs der Schülerzahlen sind auf die gestiegenen Geburtenzahlen
zurückzuführen, nur ein Drittel auf Zuwanderung oder Wohnungsbau. Deshalb
können wir die neuen Schulangebote nicht auf Neubaugebiete beschränken, sondern
brauchen zusätzliche Schulangebote auch in eng bebauten innerstädtischen
Gebieten, in denen nur wenige neue Wohnungen gebaut werden.“

Die
Pläne zielen darauf ab, bis 2025 vorrangig die Grundschulen auszubauen, weil
die geburtenstarken Jahrgänge hier zuerst erwartet werden. Bis 2028 sollen dann
auch die weiterführenden Schulen ausgebaut sein. Die Schulbehörde geht zurzeit
davon aus, dass im Zuge der Ausbauplanung in Hamburg rund 30 bis 40 neue
Schulen gebaut werden. Darüber hinaus soll eine Reihe bestehender Schulen
saniert und erweitert werden. An einigen Schulen gibt es zudem noch
Raumreserven und Leerstände, die ebenfalls genutzt werden können.

Senator
Rabe:
„Anders als früher üblich wollen wir auf das
Schülerwachstum nicht einfach dadurch reagieren, dass wir wie die Schulklassen
von derzeit 22 auf künftig 26 oder 27 Kinder vergrößern. Wir wollen die hohe
Qualität beibehalten. Deshalb wollen wir zusammen mit den Schulen einen Weg
finden, für 25 Prozent mehr Schüler auch 25 Prozent zusätzliche Klassenräume zu
schaffen. Das wird gelingen, wenn wir dort, wo es möglich ist, viele neue
Schulen gründen. Wo das jedoch nicht möglich ist, werden wir bestehende Schulen
sanieren und ausbauen und auch die Raumreserven einzelner Schulen besser
nutzen. Die bisherigen Gespräche mit Schulen in Regionen von Harburg, Bergedorf
und Altona machen uns Mut. Dort gibt es mit einer Ausnahme große Unterstützung
aus den Schulgemeinschaften für die bereits geplanten Ausbauprogramme.“

Fachleute
der Schulbehörde werden sich jetzt jede Region von Hamburg genau ansehen und
auf der Grundlage der aktuellen Prognosen einen neuen Schulentwicklungsplan
erarbeiten. Dieser Schulentwicklungsplan wird dann sorgfältig mit der
Schulöffentlichkeit und den Bezirken abgestimmt. Schulsenator Ties Rabe: „Das
Verfahren sieht umfangreiche Beteiligungsmöglichkeiten vor. Diese
Beteiligungsmöglichkeiten wollen wir für eine gute und sorgfältige
Kommunikation nutzen. Für uns ist wichtig: Sorgfältige Beteiligung geht vor
Schnelligkeit.“

Hamburgs
staatliches Schulsystem umfasst derzeit 193 Grundschulen, 61 Gymnasien und 58
Stadtteilschulen, von denen 13 zusätzlich eine eigene Grundschulabteilung
führen. In allen Schulformen gibt es sehr beliebte Schulen, die fast immer auch
zu den größten Schulen ihrer Schulform gehören. Darunter sind Stadtteilschulen
mit bis zu acht sowie Grundschulen und Gymnasien mit bis zu sieben
Parallelklassen. Die Schulwahl der Eltern und Kinder zeigt Jahr für Jahr, dass
gerade diese größeren Schulen offensichtlich sehr beliebt sind. Umgekehrt gibt
es zahlreiche sehr kleine Schulen, darunter Grundschulen mit Anmeldungen für
weniger als eine Klasse pro Jahrgang und Stadtteilschulen mit nur zwei
Anmeldeklassen, die perspektivisch durchaus mehr Schülerinnen und Schüler aufnehmen
können.