Deutlich mehr Anmeldungen an den Stadtteilschulen

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Höchste Anmeldezahl seit Gründung 2010

14.432 Schülerinnen und Schüler starten im August an staatlichen weiterführenden Schulen

Bildungssenator Ties Rabe hat heute die vorläufigen Anmeldezahlen für die kommenden fünften Klassen bekanntgegeben. Demnach haben sich an Hamburgs staatlichen Schulen 14.432 Schülerinnen und Schüler angemeldet, davon 7.050 an den 58 Stadtteilschulen und 7.197 an den 61 Gymnasien. Senator Rabe: „Die Anmeldungen verteilen sich erstmals gleichmäßig auf die beiden Schulformen Stadtteilschule und Gymnasium. Noch vor wenigen Jahren lagen die Gymnasien rund zehn Prozentpunkte vor den Stadtteilschulen, jetzt liegen beide Schulformen auf Augenhöhe. Das Hamburger Zwei-Säulen-Schulmodell hat sich bewährt und verfügt mittlerweile über hohe Anerkennung. Ich freue mich darüber, dass offenbar die gute Arbeit und Ausstattung von Hamburgs Stadtteilschulen von den Eltern anerkannt wird.“

Insgesamt ist die Zahl der Anmeldungen für die Klasse 5 der staatlichen weiterführenden Schulen mit 14.432 Schülerinnen und Schülern stabil (Vorjahr 14.499). Für die fünften Klassen der 61 Gymnasien meldeten sich 7.197 Schülerinnen und Schüler an, 366 weniger als im Vorjahr (Vorjahr 7.563), an den 58 Stadtteilschulen 7.050, 296 mehr als im Vorjahr (Vorjahr 6.754) und an den vier 6-jährigen Grundschulen 185 Schülerinnen und Schüler, drei mehr als im Vorjahr (Vorjahr 182). Schon im Vorjahr war die Anmeldezahl für die Stadtteilschulen deutlich um 546 angestiegen.

Senator Rabe: „Stadtteilschule und Gymnasium sind zwei gleichwertige Schulformen. Die Stadtteilschule als sehr junge Schulform hat es acht Jahr nach ihrer Entstehung geschafft, sich neben dem Gymnasium als eigenständige und gute Schulform zu etablieren. An der Stadtteilschule können alle Schulabschlüsse erreicht werden bis zum Abitur nach neun Jahren. Über die Entwicklung freue ich mich. Denn oft überschätzen Eltern ihre Kinder, allein im letzten Schuljahr mussten 884 Sechstklässler das Gymnasium verlassen, weil sie den Lern- und Leistungsanforderungen des Gymnasiums nicht gewachsen waren.“

Auf Basis des Gastschulabkommens haben sich 179 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein an Hamburgs staatlichen weiterführenden Schulen angemeldet (Vorjahr 155).

Maßnahmen zur Stärkung der Stadtteilschulen

Der Hamburger Senat hat die Stadtteilschulen in den letzten Jahren deutlich gestärkt: Im Vergleich zu gleichgroßen Gymnasien haben Stadtteilschule 40 Prozent mehr pädagogisches Personal und kleinere Klassen. Erstmals wurden an fast allen Stadtteilschulen gymnasiale Oberstufen eingerichtet, um leistungsstarken Schülern die Möglichkeit zum Abitur zu eröffnen. Alle Stadtteilschulen haben umfangreiche Ganztagsangebote. Für die Verschönerung sowie den Um- und Ausbau der Stadtteilschulen wurden rund 700 Mio. Euro investiert. Zudem wurde die Zahl der Unterrichtsstunden in den wichtigen Fächern Deutsch und Mathematik deutlich erhöht.

Erfolgreiche Informationskampagne „Stadtteilschulen – für alle, die mehr wollen“

Seit Ende 2017 führt die Schulbehörde zusammen mit den Stadtteilschulen eine Informationskampagne durch, um Hamburgs Eltern darüber zu informieren, was Hamburgs neue Schulform ausmacht: stadtweite Plakatierungen, YouTube-Image-Clip, Kinowerbung, Postkartenaktionen, ein gemeinsames Logo mit dem übergreifenden Claim „Stadtteilschulen – für alle, die mehr wollen“, ein Internet-Infoportal www.hamburg.de/stadtteilschule, neue und aktualisierte Informations-Flyer und -Broschüren, ein klar strukturiertes, gut verständliches Erklärvideo sowie für die Einzelschulen Plakate und YouTube-Clips. Außerdem wurden Grundschullehrkräfte geschult, um Eltern genauer im Hinblick auf die weiterführenden Schulformen beraten zu können.

Hintergrund: Stadtteilschulen

Die Enquetekommission „PISA-Folgen“ der Hamburgischen Bürgerschaft hatte 2007 parteiübergreifend die Gründung einer Zwei-Säulen-Schulstruktur aus Gymnasien und Stadtteilschulen und damit die Zusammenführung der bis dahin getrennten Schulformen der Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen sowie Aufbaugymnasien empfohlen. Die Stadtteilschulen wurden zum Schuljahr 2010/11 gegründet, 2019 wird der erste Jahrgang Abitur machen, der durchgängig in der Stadtteilschule unterrichtet wurde. Aktuell gibt es 58 staatliche Stadtteilschulen in Hamburg mit 57.972 Schülerinnen und Schülern. Das Zwei-Säulen-Schulmodell ist in ganz Deutschland auf dem Vormarsch und hat sich inzwischen in vielen Bundesländern durchgesetzt.

Zentrales Informationsportal Stadtteilschulen: www.hamburg.de/stadtteilschule

Anmeldezahlen zum Schuljahr 2019/20 im Detail:

Anmeldungen 5. Klassen

Stadtteilschulen: 7.050, davon 48 Gastschüler (Vorjahr: 6.754)

Gymnasien: 7.197, davon 131 Gastschüler (Vorjahr: 7.563)

5. Klassen Schulversuch 6-jährige Grundschulen: 185 (Vorjahr: 182)

Stadtteilschulen mit den höchsten Anmeldezahlen:

Heinrich-Hertz-Schule (Winterhude): 265
Gyula-Trebitsch-Schule Tonndorf (Tonndorf): 236
Julius-Leber-Schule (Schnelsen): 231
Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (Neugraben-Fischbek): 203
Goethe-Schule-Harburg (Harburg): 196

Stadtteilschulen mit den höchsten Zuwächsen:

Irena-Sendler-Schule (Wellingsbüttel): 190 (+69)
Stadtteilschule Bahrenfeld (Bahrenfeld): 149 (+53)
Stadtteilschule Kirchwerder (Kirchwerder) : 150 (+50)
Gretel-Bergmann-Schule (Neuallermöhe): 134 (+35)
Stadtteilschule Ehestorfer Weg (Eißendorf): 58 (+32)

Gymnasien mit den höchsten Anmeldezahlen:

Gymnasium Ohmoor (Niendorf): 192Walddörfer-Gymnasium (Volksdorf): 192
Gymnasium Rahlstedt (Rahlstedt): 177
Gymnasium Allee (Altona-Nord): 171
Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium (Eimsbüttel): 165

Gymnasien mit den höchsten Zuwächsen:

Walddörfer-Gymnasium (Volksdorf): 192 (+51)
Gymnasium Rahlstedt (Rahlstedt): 177 (+37)
Gymnasium Allee (Altona-Nord): 171 (+35)
Christianeum (Othmarschen): 137 (+30)
Gymnasium Heidberg (Langenhorn): 127 (+23)

Hinweis: Die genannten Zahlen sind Anmeldezahlen nach Erstwunsch. Bei überangewählten Schulen erfolgt in den nächsten Wochen die Umverteilung nach Zweit- und Drittwunschschulen sowie, wenn diese Schulen ebenfalls ihre
Kapazitätsgrenze erreicht haben, die Zuweisung an eine andere Schule.

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