Errichtung der Beruflichen Hochschule Hamburg

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Redebeitrag in der Hamburgischen Bürgerschaft

Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

viele Jugendliche stehen nach ihrer erfolgreichen Schulausbildung vor der Frage: „Hochschulstudium oder berufliche Ausbildung?“

Wir wollen, dass in Zukunft beides zusammen geht.

Wir wollen die Vereinigung von Studium und beruflicher Ausbildung in einem Bildungsangebot schaffen.

Daher sehen wir im Modell einer studienintegrierenden Ausbildung einen weiteren innovativen und erfolgsversprechenden Baustein in der beruflichen Bildung in Hamburg.

Ein solches Modell stellt die berufliche und akademische Bildung gleich und wertet damit die berufliche Ausbildung auch auf.

Denn die drei Lernorte Betrieb, Berufsschule und Hochschule stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Meine Damen und Herren,

die neue Berufliche Hochschule Hamburg soll im kommenden Jahr als Einrichtung der Behörde für Schule und Berufsbildung gegründet werden.

Ab Sommer 2021 soll dann, mit der Unterstützung der Sozialpartner und den Partnern der beruflichen Bildung, in Hamburg ein neues, attraktives Ausbildungs- und Studienangebot entstehen.

An der Beruflichen Hochschule Hamburg sollen junge Menschen praxisnah im Betrieb lernen und zugleich im schulischen und hochschulischen Teil auf akademischem Niveau studieren.

Dieses zukunftsweisende Modell richtet sich zunächst an Jugendliche mit Abitur oder Fachhochschulreife in den Berufssparten im kaufmännischen Bereich und in der Informatik.

Weitere Angebote, insbesondere im Handwerk in Kombination mit einem betriebswirtschaftlichen Studium, sind in Planung.

 Absolventen können dort in vier Jahren zwei Abschlüsse in einem Bildungsgang erlangen.

Einen Bachelor und einen beruflichen Abschluss.

Und was mir persönlich ganz wichtig ist:

  • Erstens die Ausbildung ist kostenlos
  • Zweitens die Absolventen erhalten die übliche Ausbildungsvergütung ihres Betriebes.

Mit anderen Worten:

Es entstehen weder den Absolventen noch bei den Betrieben Studiengebühren.

Doch das Konzept hat noch einen weiter gehenden, nachhaltigen Ansatz.

Die Absolventen können nach 18 Monaten erfahrungsbasiert und unterstützt durch ein Coaching über ihren weiteren beruflichen Weg selbst entscheiden,

entweder: sie führen  Ausbildung und Studium weiter
oder sie absolvieren ausschließlich die Ausbildung.

Das bedeutet, dass die Absolventen, die zwischen dualer Ausbildung und Studium schwanken, die Gelegenheit bekommen, beide Ausbildungsgänge intensiv kennenzulernen.

Dies, so die Erwartung, reduziert auch die Abbruchquoten.

Wir wollen an der Beruflichen Hochschule Hamburg Bedingungen für die Absolventen schaffen, die ihren persönlichen Ausbildungserfolg unterstützen.

Und nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium an der Beruflichen Hochschule Hamburg steht den Absolventen ein Master-Studium an jeder Hochschule offen.

Meine Damen und Herren,

ein gutes und stimmiges Gerüst steht.

Lassen sie uns diesen innovativen Weg in der beruflichen Bildung weitergehen.

Lassen uns gemeinsam daran arbeiten, eine vernünftige und gute Personal- und Organisationsstruktur für die Berufliche Hochschule Hamburg aufzubauen.

Lassen sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir die Förderung der studienintegrierenden Ausbildung durch die Gründung einer Beruflichen Hochschule entsprechend würdigen und

Meine Fraktion wird für eine Überweisung der vorliegenden Drucksache federführend in den Haushaltsausschuss und mitberatend in den Schulausschuss stimmen. Nachrichtlich sollten der Wissenschaftsausschuss ebenfalls mit eingebunden werden.

Meine Damen und Herren,

lassen sie uns weitere Details in den zuständigen Ausschüssen diskutieren.

Ich freue mich darauf. Vielen Dank!

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