Hamburg erhöht Referendariatsplätze

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Bundesweiter Lehrkräftemangel

Der drohende Lehrermangel war eines der drängendsten Themen auf der Kultusministerkonferenz vergangene Woche in Berlin. Einer vorläufigen Länderabfrage zufolge werden bis zum Jahr 2030 deutschlandweit jährlich rund 31.900 neue Lehrerinnen und Lehrer gebraucht – doch nur rund 31.200 werden voraussichtlich jedes Jahr ihr Referendariat beenden. Das bedeutet, dass nach jetzigem Stand etwa 700 Stellen nicht besetzt werden können – pro Jahr. Während in anderen Bundesländern bereits jetzt händeringend nach Lehrkräften gesucht wird, kann Hamburg seinen Lehrerbedarf derzeit noch weitgehend bedarfsgerecht decken. Damit das so bleibt, erhöht die Stadt die Anzahl der Ausbildungsplätze für Referendare stärker als geplant.

Aktuell beenden in jedem Jahr 570 „Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst“ – so die offizielle Bezeichnung – ihr Referendariat, das sind bei 18-monatiger Ausbildungszeit rund 855 Nachwuchspädagogen, die gleichzeitig ausgebildet werden. Damit Hamburg auch in Zukunft mit einer ausreichenden Anzahl von Lehrkräften versorgt ist, wurde bereits Anfang des Jahres beschlossen, 135 zusätzliche Ausbildungsplätze bis 2020 zu schaffen. Diese Zahl wurde jetzt noch einmal um weitere 66 auf insgesamt 201 zusätzliche Plätze erhöht. Ab 1. Februar 2020 stehen dann insgesamt 1.056 Ausbildungsplätze pro Jahr zur Verfügung, sodass ab 2021 jedes Jahr 704 junge Menschen ihre 18-monatige Lehrerausbildung beenden werden.

In Hamburg endet das Referendariat nach anderthalb Jahren entweder zum 1. Februar oder zum 1. August. Zuletzt haben am 1. August dieses Jahres 280 frisch gebackene Lehrerinnen und Lehrer ihren Dienst angetreten. Die meisten neuen Kollegen (118) haben an Hamburgs Stadtteilschulen angefangen, 60 an Grundschulen, 51 an Gymnasien, zehn an Sonderschulen und 41 an Berufsschulen. Seit 2010 werden jährlich durchschnittlich 1.100 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. „Wir gehen auch in Zukunft von hohen Einstellungszahlen aus“, so Bildungssenator Ties Rabe. „Durch die Erhöhung der Referendariatsplätze wollen wir jetzt die Weichen so stellen, dass wir auch weiterhin genügend qualifizierte Nachwuchskräfte haben.“

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