Mehr Unterricht an Stadtteilschulen

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Bürgerschaft beschließt über Stundenerhöhung
Im Vergleich mit anderen Bundesländern haben Hamburgs Schülerinnen und Schüler in der Unter- und Mittelstufe der Stadtteilschulen seit Jahren relativ wenig Unterricht. Dadurch fehlt den Klassen 5 bis 10 oftmals die Zeit zum Üben und vertiefenden Lernen. Wer an der Stadtteilschule das Abitur macht, kann in der 11. Klasse Versäumtes nacharbeiten. Wer aber nach der 10. Klasse die Schule mit Haupt- oder Realschulabschluss verlässt, dem fehlen bislang wichtige Unterrichtsstunden vor allem in den Fächern Mathematik und Deutsch. Das soll sich jetzt ändern: Bildungssenator Ties Rabe und die Regierungsfraktionen in der Bürgerschaft wollen die Zahl der Unterrichtsstunden an den Stadtteilschulen deutlich erhöhen. Die Stundenerhöhung soll in der nächsten Woche von der Bürgerschaft beschlossen werden.

Bislang hatte ein Stadtteilschüler bis Klasse 10 durchschnittlich etwa drei bis vier Stunden Deutsch und vier Stunden Mathematik in der Woche. In Zukunft wird er in beiden Fächern durchschnittlich vier bis fünf Stunden je Woche unterrichtet. Das sind hochgerechnet auf die sechs Jahre der Mittelstufe bis zur zehnten Klasse insgesamt 152 Unterrichtsstunden mehr – allein in Deutsch und Mathe. Der zusätzliche Unterricht soll vor allem zum Üben und vertiefenden Lernen des Stoffes verwendet werden.

Für den zusätzlichen Unterricht müssen die Stundenpläne in den Schulen so geändert werden, dass künftig mindestens 26 Wochenstunden Deutsch und 26 Wochenstunden Mathematik in den Klassen 5-10 organisiert werden. Schulen können aber auch in Ausnahmefällen die zusätzlichen Unterrichtsstunden im Rahmen bestehender Projekte verankern. Die Stundenerhöhung soll spätestens ab dem 1. August 2019 in Kraft treten, Schulen können aber schon im nächsten Schuljahr zusätzliche Unterrichtsstunden einführen. Über das Tempo und die konkrete Umsetzung entscheiden die Schulen. Mehr Unterricht heißt auch: mehr Lehrkräfte. Rund 52 volle Lehrerstellen werden zusätzlich benötigt. Die Schulbehörde rechnet insgesamt mit Mehrkosten von rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Senat und Regierungsfraktionen haben dem Vorhaben bereits zugestimmt.

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