Quereinsteiger und Seiteneinsteiger: Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium sind in Hamburg selten

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Aktuell gibt es an Hamburgs staatlichen Schulen mehr als 18.000 Vollzeitstellen für Lehrkräfte und Pädagogen – ein Rekordergebnis in der Hamburger Schulgeschichte. Gründe hierfür sind die steigenden Schülerzahlen, aber auch eine Verbesserung der Schüler-Lehrer-Relation durch kleinere Klassen und mehr Stellen für Ganztag und Inklusion. Angesichts der großen Nachfrage kann der Lehrer-Nachwuchs schon mal knapp werden. Mangelt es an qualifizierten Lehrkräften, haben Schulen die Möglichkeit, Quereinsteiger einzustellen – also Bewerber mit einem abgeschlossenen Masterstudium in einem oder mehreren Fächern, aber nicht im Bereich Fachdidaktik. Die fehlende pädagogische Qualifikation erlangen die Quereinsteiger im Rahmen des Referendariats. Dieser 18-monatige Vorbereitungsdienst ist Pflicht für den Quereinstieg.

Quereinstieg ist für alle Schulformen grundsätzlich möglich, allerdings nur in Mangelfächern, also in jenen Fächern, für die weniger Bewerbungen vorliegen als Plätze vorhanden. Ein typisches Mangelfach ist etwa Physik, bevorzugt mit den Nebenfächern Mathematik und Informatik. Das Höchstalter für einen Quereinstieg ist 42 Jahre, eine Verbeamtung ist möglich. In Hamburg hält sich die Zahl der Quereinsteiger in Grenzen: An den allgemeinbildenden Schulen gab es 2015 gerade mal 15 Quereinsteiger, 2016 waren es 22. Noch geringer ist die Zahl der Quereinsteiger an den beruflichen Schulen: jeweils sechs in 2015 und 2016.

Neben dem Quereinstieg gibt es noch eine weitere Möglichkeit, ohne Lehramtsstudium im Hamburger Schuldienst angestellt zu werden: den Seiteneinstieg. Seiteneinsteiger steigen direkt – also ohne Referendariat – in den Schuldienst ein und können nicht verbeamtet werden. Ein Seiteneinstieg betrifft Nicht-Mangelfächer und ist nur möglich, wenn zum Zeitpunkt der Einstellung keine Bewerber mit zweitem Staatsexamen für diese Fächer zur Verfügung stehen. In Hamburg ist der Seiteneinstieg allerdings keine wirkliche Option: Seit 2015 gab es nur einen einzigen Direkteinstieg ohne Vorbereitungsdienst.

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