Richtfest für Acht-Euro-Wohnungen

image_pdfimage_print

154 Wohnungen sollen am Bramfelder Dorfgraben entstehen

Hamburg. Der Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG und die Karl Danger Grundstücksverwal­tung haben am Donnerstag das Richtfest für 154 Wohnungen am Bramfelder Dorfgraben. die für eine monatliche Nettokaltmiete von acht Euro pro Quadratmeter angeboten werden, gefeiert.

In die Errichtung von neun Gebäuden, die zwei Tiefgaragen enthalten, investieren die beiden Woh­nungsunternehmen rund 33 Millionen Euro. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen zum Jahres­wechsel 2019/2020 einziehen können.

Die Baukosten im Hochbau liegen unter 2.000 Euro inkl. Mehrwertsteuer pro Quadratmeter Wohn­fläche. Eine große Rolle spielen die Baunebenkosten. Diese liegen bei elf Prozent – marktnah ist eher das Doppelte.

„Aufgabe der Genossenschaft ist es, preiswerten Wohnraum für Mitglieder zur Verfügung zu stellen“, erklärt Wohnungsvereinsvorstand Holger Fehrmann. „Am Bramfelder Dorfgraben entsteht ein groß­zügiges. hochwertiges Quartier zu einem äußerst attraktiven Mietpreis.“

„Guter und günstiger Wohnungs-Neubau für eine Anfangsmiete von erschwinglichen acht Euro pro Quadratmeter ist möglich, sagt Dr. Dorothee Stapelfeldt, Hamburgs Senatorin für Stadtentwick­lung und Wohnen. „Zur Zielgruppe zählen ausdrücklich Normalverdienerinnen und -verdiener ohne Berechtigung, eine öffentlich geförderte Wohnung mieten zu können. Die Projektträger — der Woh­nungsverein Hamburg von 1902 eG und die Karl Danger Grundstücksverwaltung — beweisen mit diesem Modellvorhaben Pioniergeist und soziale Verantwortung, und ich wünsche mir viele Nach­ahmer.“

Die Lösung steht im Konzept

Um den sogenannten Acht-Euro-Wohnungsbau umsetzen zu können, müssen alle Standards hin­terfragt werdenTM, erklärt Cristian Danger, Geschäftsführer der Karl Danger Grundstücksverwaltung. Zudem muss die Bereitschaft bestehen, sich von rieb Gewordenem zu trennen. Jedes Detail ist wichtig und muss auf Notwendigkeit geprüft werden. Verfahren und Prozesse müssen optimiert wer­den.“

„Die Bauqualität darf nicht leiden, sonst gefährden wir die Nachhaltigkeit“, so Vorstand Claus-Dietrich Scholze vom Wohnungsverein. „Hier werden keine Leitungen auf die Mauern genagelt oder Zimmer durch Pappwände getrennt. Dreigeschossige Häuser funktionieren auch ohne Aufzüge. Der Kellerraum darf auch mal im Nachbargebäude liegen.“

„Ein Zauberwort heißt Standardisierung“, so Holger Fehrrnann. „Alle Bäder, alle Küchen. alle Fenster sind identisch. Wir stehen für solide Bauqualität, geben aber kein Geld für architektonische Spiele­reien aus. Zudem ging es darum, Technik zu reduzieren. Wir konnten den Anteil der Haustechnik-kosten – vor allem Lüftungs- und Rohrleitungsbau – gravierend reduzieren.“

„Unsere Mieten werden dauerhaft unter dem Niveau des Marktest liegen — nicht nur fünf Jahre. Innerhalb der Solidargemeinschaft unserer Genossenschaft setzen wir nur die Mieterhöhungen um, die wir wirklich brauchen. Ohne Mieterhöhungen geht es aber auch in einer Genossenschaft nicht.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.