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(c) Böckler Impuls 20/2018

Der Aufschwung geht ins siebte Jahr, die Arbeitslosigkeit dürfte 2019 weiter sinken. Das liegt weniger an der deutschen Exportstärke als an steigenden Löhnen und Konsumausgaben.

Um 200 000 Personen ist die registrierte Arbeitslosigkeit im laufenden Jahr zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank von 5,7 auf 5,2 Prozent. 2019 wird sie auf 4,9 Prozent fallen. Damit bleiben noch 2,2 Millionen Personen ohne Job. Das geht aus der jüngsten Konjunkturprognose des IMK hervor.

Sieben Jahre Aufschwung.

Die Wissenschaftler rechnen für 2018 mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent und 2019 um 1,7 Prozent. Das wäre der längste Aufschwung seit der Vereinigung 1991. Dahinter steht die robuste Binnenwirtschaft. Im kommenden Jahr dürften die verfügbaren Einkommen nominal um 3,6 Prozent zunehmen – eine Folge höherer Löhne und steigender Beschäftigung. Real, also unter Berücksichtigung der Inflation, bleiben 1,9 Prozent übrig. Die IMK-Forscher erwarten moderat steigende Verbraucherpreise. Auch der Staat wird seinen Teil zum Wachstum beitragen: Steigende Gesundheitsausgaben, Leistungsverbesserungen der Rentenversicherung, Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und mehr Geld für finanzschwache Kommunen, die damit lange aufgeschobene Investitionen in Angriff nehmen können, stützen die Konjunktur.

Der häufig zum Rückgrat der deutschen Wirtschaft stilisierte Außenhandel trägt per saldo dagegen nicht zum Wachstum bei. Die weltwirtschaftliche Lage lässt keine übermäßige Steigerung der Exporte erwarten, stattdessen dürfte das starke Binnenwachstum die Importe anheizen. Das ist aus Sicht des IMK eine gute Nachricht, schließlich wird damit der für die wirtschaftliche Stabilität problematische Handelsüberschuss Deutschlands etwas zurückgehen.

Gänzlich ungetrübt ist der Optimismus der Konjunkturforscher jedoch nicht. Denn nach sieben mehr oder weniger wachstumsstarken Jahren „überwiegen erhebliche Abwärtsrisiken“. Die weltwirtschaftliche Lage ist der Analyse zufolge recht angespannt: Der Handelsstreit zwischen den USA könnte eskalieren, die amerikanische Zinspolitik die Schwellenländer in die Bredouille bringen und der Brexit für Turbulenzen in unmittelbarer Nachbarschaft sorgen.

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