Wir werden den Digitalpakt gut nutzen

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WLAN und „digitale Tafeln“ für alle Unterrichtsräume, dazu 45.000 Computer für die Schülerinnen und Schüler

Hamburgs Schulen werden in den nächsten fünf Jahren auf den neusten Stand der Digitaltechnik gebracht. Alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der 338 allgemeinbildenden und 32 berufsbildenden staatlichen Hamburger Schulen werden mit neuen „digitalen Tafeln“ sowie modernstem WLAN ausgestattet. Darüber hinaus will die Schulbehörde zusätzlich zu den vorhandenen rund 30.000 Computern weitere 30.000 Laptops sowie 15.000 Mikrocomputer für den Einsatz im Unterricht beschaffen. Abgerundet wird das Programm von einem umfangreichen Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte sowie zahlreichen neuen digitalen Unterrichtsangeboten.

Schulsenator Ties Rabe: „Mit 128 Millionen Euro aus dem „Digitalpakt“ werden wir Hamburgs Schulen mit modernster Digitaltechnik ausstatten, denn wir wollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler gut auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereiten. Neben Schulbuch, Arbeitsheft und Füller sollen künftig auch Laptops, Tablets und Smartphones ganz selbstverständlich in allen Fächern eingesetzt werden.“

Hamburg setzt mit diesem Ausbauprogramm den „Digitalpakt Schule“ zwischen Bund und Ländern um. Am Freitag hatte der Bundesrat mit einer Grundgesetzänderung das so genannte Kooperationsverbot erheblich gelockert, so dass der Bund den Ländern künftig Investitionszuschüsse für Schulen geben kann. Gleichzeitig bekräftigten die 16 Länder in der Kultusministerkonferenz eine Vereinbarung, nach der der Bund den Ländern von 2019 bis 2023 jedes Jahr eine Milliarde Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellt.

Auf Hamburg entfallen davon jährlich rund 25,5 Millionen Euro, insgesamt knapp 128 Millionen Euro. Umgekehrt verpflichteten sich die Länder, weitere rund zehn Prozent der Fördersumme aus eigenen Mitteln zu investieren. Schulsenator Ties Rabe, der den Digitalpakt maßgeblich mit ausgehandelt hatte: „Natürlich hat es ein bisschen gedauert, aber mit dieser Vereinbarung haben die Große Koalition in Berlin und die 16 Länder gezeigt, dass die Politik in Deutschland vernünftige, gute Verbesserungen auf den Weg bringen kann.“

Schulsenator Ties Rabe ist zuversichtlich, dass Hamburg bereits in den nächsten sechs Wochen die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen und die notwendigen Förderrichtlinien mit dem Bund abschließt, so dass ab Mai das Ausbauprogramm Fahrt aufnehmen kann. Senator Rabe: „Jetzt können wir bei unserem erfolgreichen landeseigenen Ausbauprogramm noch einmal ordentlich nachlegen. Denn wir fangen ja nicht bei null an. Hamburgs ist das einzige Bundesland, in dem schon jetzt alle Schulen an das moderne Glasfasernetz angeschlossen sind. Alle Klassenräume haben einen Netzwerkanschluss, alle Lehrerzimmer WLAN, alle Mitglieder der Schulleitung sowie das Schulbüro eigene Computer, mit denen sie ungehinderten Zugang zu unserer Schulverwaltungssoftware „DiViS“ haben. Und mit knapp fünf Computern pro Klasse stehen Hamburgs Schülerinnen und Schülern doppelt so viele Computer zur Verfügung wie im Bundesdurchschnitt.“

Von den 128 Millionen Euro werden vereinbarungsgemäß rund zehn Prozent für länderübergreifende Projekte und landeseigene übergeordnete Maßnahmen zur Verfügung gestellt. So plant Hamburg gemeinsame Projekte mit anderen Bundesländern im Bereich der Schülerlernplattformen, schulischer Kommunikationsplattformen oder der Lehrerfortbildung. 90 Prozent fließen direkt in die bessere Ausstattung der privaten und staatlichen Schulen. Für die staatlichen Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Sonderschulen sind rund 90 Millionen Euro vorgesehen. Die Summe wird in etwa zu gleichen Teilen für den Ausbau des WLAN in allen Klassen- und Fachräumen sowie für neue digitale Endgeräte wie digitale Displays oder Laptops für Schüler eingesetzt.

So sollen bis 2023 alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der staatlichen Schulen ein leistungsfähiges WLAN mit Gigabit-Technik bekommen. Das WLAN ist im Vergleich zur privaten Anwendung sehr aufwendig, damit beispielsweise mehrere hundert Schülerinnen und Schüler einer Schule gleichzeitig mit aufwendigen Unterrichtsprogrammen „ruckelfrei“ lernen und dabei mit den unterschiedlichsten eigenen Smartphones arbeiten können, zudem wird das WLAN mit modernsten Jugendschutzfiltern ausgestattet.

Zusätzlich bekommen alle Unterrichtsräume „digitale Tafeln“ wie zum Beispiel große „Touch-Screen-Bildschirme“ oder „Computer-Beamer-Kombinationen“. Zurzeit verfügt rund die Hälfte aller Unterrichtsräume über eine digitale Präsentationstechnik. Über digitale Displays können Lehrkräfte und Schüler beispielsweise das Internet im Klassenzimmer oder Filmsequenzen und Lernprogramme aufrufen und interaktiv mit diesen Programmen arbeiten.

Das Ausbauprogramm umfasst zudem die Beschaffung von rund 30.000 weiteren Laptops oder Tablets zur Nutzung für die Schülerinnen und Schüler. Zusammen mit den bestehenden Computern könnten dann alle Schülerinnen und Schüler in mehr als einem Drittel aller Unterrichtsstunden schuleigene Geräte nutzen. Grundsätzlich setzt Hamburg jedoch – wie mit dem Bund und den Ländern vereinbart – darauf, dass die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich ihre eigenen Smartphones im Unterricht einsetzen können (Prinzip „Bring your own device“ BYOD) und die Schule lediglich jenen Schülerinnen und Schüler ein Gerät zur Verfügung stellt, die selbst keines haben.

Im Rahmen des Digitalpaktes wird Hamburg überdies rund 15.000 Mikrocomputer für die Klassenstufen 4 bis 6 beschaffen. Mit diesen Mikrocomputern, beispielsweise mit dem Modell Calliope“, können die Schülerinnen und Schüler bereits gegen Ende der Grundschulzeit sehr leicht die ersten Programmierschritte lernen.

Um die Lehrkräfte gut auf die neuen Techniken vorzubereiten, hat Hamburg bereits im Februar mit einem Schulungsprogramm begonnen. In einem ersten Schritt werden zurzeit alle Fachleitungen der Hauptfächer an weiterführenden Schulen geschult, ab dem nächsten Jahr folgen die Fachleitungen der Hauptfächer an Grundschulen, danach weitere Lehrkräfte. Die so geschulten Fachleitungen sollen als Multiplikatoren an ihren Schulen ihre Fachkollegen in die neuen Unterrichtstechniken einführen.

Parallel geht der Ausbau der digitalen Unterrichtsbausteine weiter. Im September 2019 ging die Internet-Plattform „digital.learning.lab“ online, mit der Hamburgs Lehrkräfte bei der Entwicklung digitaler Unterrichtseinheiten unterstützt werden. Sie bietet kostenlose digitale Unterrichtsbausteine zum Download in zahlreichen Fächern, eine Toolbox mit passenden Unterstützungsangeboten sowie Hintergrundmaterial mit Forschungsergebnissen und Trends. Inzwischen liegen fast 100 Unterrichtsbausteine vor, die von Hamburgs Lehrkräften entwickelt und im Unterricht bereits erprobt wurden. Entwickelt wurde die Plattform von der Technische Universität Hamburg (TUHH), der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und der Joachim Herz Stiftung. Anlage und Umfang dieser Best-Practice-Sammlung sind deutschlandweit einmalig. Hamburg gilt in diesem Bereich als Vorreiter.

Ergänzend dazu können alle Stadtteilschulen und Gymnasien im Mathematikunterricht bereits jetzt die web-basierten Lernprogramme „Bettermarks“ und „kapiert.de“ kostenlos einsetzen. Die Schulbehörde hat die entsprechenden Lizenzen erworben, so dass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beispielsweise per Smartphone-App auf beide Programme zugreifen und vertieft üben und wiederholen können – beispielsweise als Ergänzung zum Unterricht der zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Beide Programme interagieren mit dem Benutzer und geben entsprechende Rückmeldungen.

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